DTHG-Berufsinformationen: Theater-Schuhmacher

Schuhmacher

Berufsbild

Wenn der Schuh drückt, kann man nicht gut singen, spielen und tanzen. Das gilt in besonderem Maße am Theater. Gute und passgenaue Schuhe runden ein Kostüm häufig erst ab und verhelfen zu einem gelungenen Auftritt. Viele große Theater beschäftigen noch Schuhmacher, allerdings muss angemerkt werden, dass die Zahl abnimmt.
Durch die Hände der Schuhmacher am Theater wandern alle Arten von historischen und modernen Schuhen, so z.B. besonders hohe Schuhe (Koturne), Schuhe, die eine Behinderung (Klumpfuss) vortäuschen, Reitstiefel, Damenschuhe in Herrengrößen, feine Pumps, Knöpfstiefel etc.. Ein eigenes Betätigungsfeld macht die Neuanfertigung von Ballettstiefeln aus, die an manchen Häusern besonders für das klassische Ballett benötigt werden. Zum Tagesgeschäft gehören aber auch unzählige Reparaturen. Stehen Umbesetzungen an, müssen Schuhe neu angefertigt oder verändert werden und dies häufig in sehr kurzer Zeit. Oft gehört zum Arbeitsfeld des Schuhmachers auch die Pflege des Schuhfundus und das Einrichten (Bereitstellen) der Schuhe am Abend in den Garderoben.

Voraussetzungen und Ausbildung

Ein Schuhmacher am Theater sollte unter anderem über handwerkliches Geschick, Interesse an Kostüm- und Kunstgeschichte und Teamgeist verfügen. Der Schuhmacherberuf ist ein Ausbildungsberuf, wenn auch die Ausbildung im Orthopädieschuhhandwerk inzwischen überwiegen dürfte. Die Aus- bildung dauert drei Jahre. Vermittelt werden in dieser Zeit die Bearbeitung unter- schiedlicher Materialien, aber auch Grundkenntnisse der Anatomie des Menschen, insbesondere des Fußes. Die Ausbildung im Orthopädiebereich ist für das Arbeiten an einem Theater ebenfalls eine hervorragende Grundlage.


Bundesinnungsverband des Deutschen Schuhmacherhandwerks Grantham-Allee 2 - 8 53757 St. Augustin Telefon: 0 22 41 / 99 01 88 http://www.schuhmacherhandwerk.de