DTHG-Berufsinformationen: Tonmeister

Tonmeister

MischpultMikro

Berufsbild

Dem Tonmeister obliegen verantwortungsvolle technische und künstlerische Aufgaben.
Im Wesentlichen hat er drei Aufgaben:
1. Die Vorbereitung aller für eine Inszenierung benötigten tontechnischen Effekte, die später im Stückverlauf an den im Textbuch oder Klavierauszug vermerkten Stellen eingeblendet werden.
2. Die Aufzeichnung und eventuelle Nachbearbeitung von Bühnenmusiken oder Gesangsstellen des Chores bzw. eines Solisten, die ebenfalls während der Vorstellung an der richtigen Stelle einzuspielen sind.
3. Die Verstärkung oder Veränderung von Live-Passagen, die auf oder hinter der Bühne gesungen oder gespielt werden.
Hinzu kommt gegebenenfalls noch die Betreuung der hauseigenen Video-Übertragungsanlage, mittels derer die Szene und der Dirigent auf verschiedenen Monitoren sichtbar gemacht werden.
Alle genannten Tätigkeiten erfordern ein hohes Maß an Teamgeist, künstlerischem Einfühlungsvermögen und Flexibilität. Der Tonmeister hat die Vorstellungen des Regisseurs und des Dirigenten mit den technischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen, wozu er die jeweilige Konzeption des Stücks genau kennen muss. Dazu muss er sich eingehend mit dem Stück und der Inszenierung des Regisseurs und dessen Absichten und Ideen beschäftigen. Nur dann wird er in der Lage sein, die akustischen Effekte in einen homogenen Zusammenhang mit der Aufführung zu bringen. Bei Pannen oder Verzögerungen muss er souverän und sicher die richtige Entscheidung treffen, um das Geschehen auf der Bühne angemessen zu unterstützen. Gerade im Bereich des Musiktheaters bedarf es hoher Konzentrationsfähigkeit, um den Einsatz von technischen Anlagen (Mikrofone, Effektgeräte, Tonbänder etc.) mit der live gesungenen Stimme exakt in Einklang zu halten und eventuell auftretende Schwankungen und Ungenauigkeiten rasch und unauffällig auszugleichen.
Daher müssen ausübende Künstler, Dirigenten, Komponisten, Autoren und Regisseure im Tonmeister einen urteilssicheren, kritischen und künstlerisch kompetenten Partner finden, der entscheidend zur bestmöglichen Verwirklichung ihrer Intentionen und zur vollen Entfaltung ihres Könnens beiträgt. Der Tonmeister leitet die Abteilung für Tontechnik eines Theaters; ihm obliegt die Koordination seiner Mitarbeiter sowie die Planung und finanzielle Kalkulation der anfallenden Aufgaben.

Voraussetzungen

Die Berufsbezeichnung »Tonmeister/Tonmeisterin« ist nicht gesetzlich geschützt. Sie wird in den verschiedenen Medien unterschiedlich verwandt. Da aber in allen Bereichen der Umgang mit Musik als kennzeichnend für dieses Tätigkeitsfeld angesehen wird, gilt die musikalische Begabung als grundsätzliche Voraussetzung.
Notenkenntnisse und eine gewisse Fertigkeit im Partitur- oder zumindest Klavierauszuglesen sowie eine innere Beziehung zum Geschehen auf der Bühne sollten deshalb für die Arbeit am Theater selbstverständlich sein. Eine frühzeitige Beschäftigung mit Funktion, Wirkung und Handhabung der elektroakustischen Geräte in Theorie und Praxis ist die zweite unverzichtbare Voraussetzung. Neben einem guten Gehör sollte die Beherrschung eines Musikinstruments die musikalischen Anforderungen abdecken. Die technischen Voraussetzungen können durch den Er- werb des Gesellen- oder Facharbeiterbriefs als Fernmelde-, Fernseh- oder Rundfunktechniker, zumindest aber im Nachweis von Werkpraxis in der schwachstromtechnischen Industrie erfüllt werden.
Die Aufnahmeprüfung für einen Diplomstudiengang testet neben der musikalischen Eignung auch die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Bewerber. Die Institute bilden allerdings in stark voneinander ab- weichenden Studiengängen aus, so dass auch die Anforderungen unterschiedlich sind. Interessenten sollten sich vor einer Entscheidung ausführlich informieren. Als Schulabschluss werden das Abitur, teil- weise auch die Fachhochschulreife oder ein gleichwertiger Abschluss verlangt.

Ausbildung

Ein Studium dauert ungefähr zehn Semester und endet mit der staatlichen Prüfung zum Diplom-Tonmeister oder Diplom-Ingenieur. Unterrichtsfächer sind Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Studiotechnik für den praktischen Bereich und das Spielen eines Instruments, Musiktheorie und -geschichte, Partiturspiel sowie Gehörbildung im musikalischen Zweig. Hinzu kommt ein Praktikum im künftigen Tätigkeitsfeld. Der Tonmeister muss sich stets über technische Neuerungen informieren und gegebenenfalls an einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen.



Universität der Künste Berlin
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Verband Deutscher Tonmeister e.V.
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