DTHG-Berufsinformationen: Maseknbildner

Maskenbildner

Berufsbeschreibung
 
 
Seit dem 1. August 2002 ist der Maskenbildner / die Maskenbildnerin ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung wird im dualen System durchgeführt, d. h. die praktische Ausbildung findet im der Betrieb statt, die theoretische in der Berufsschule.


Aufgaben
Der Maskenbildner / die Maskenbildnerin hat das maskenbildnerische Konzept für Theater-, Fernseh-, Film- und andere Produktionen nach den Vorgaben von Regisseuren, Bühnen- und Kostümbildnern zu erstellen und umzusetzen. Dazu gehört die Produktion der Maskenausstattung, das Erkennen des Arbeitsaufwandes, die Kalkulation, Disposition und die Ausstattung der Darsteller für Vorstellungen oder Aufnahmen.

Arbeitsgebiet

• Musik- und Sprechtheater
• Film- und Fernsehproduktionen
• Foto- und Showproduktionen
• Konzept- und Event-Agenturen

Insbesondere zählen zu den Tätigkeiten eines Maskenbildners:

Arbeiten im Werkstattbereich
Haarpräparation, Knüpfen, tressieren und kleben von Haaren. Anfertigung von Perücken, Haarersatzteilen, Toupets, Bärten etc. für die Darsteller nach Maßangaben oder Abdruck. Schneiden, Einlegen und Frisieren und Anprobieren dieser Teile.
Abdruck nehmen von Kopf und Gesicht (oder anderen Körperteilen). Herstellen von Gipsformen und Modellen für die verschiedensten Verfahren. Modellieren und plastisches Gestalten. Kaschieren, Ausgießen und Ausschäumen von Formen. Abziehen von Masken auf der Vakuumpresse. Anfertigung von Masken, Gesichtsteilen und von Glatzen. Herstellung von Ledermasken. Kleben von Kunststoffperücken aus den verschiedensten Materialien und Bemalen derselben. Herstellen von Narben und Wunden. Arbeiten im Schminkraum
Erstellen der Maske am darstellenden Personal: Schminken von Masken aller Art (Schönschminken, Charakter-, Alt-, Rassenschminken und Schminken von Fantasie- und Tiermasken, besondere Schminkfälle), jeweils unter Berücksichtigung der Physiognomie des Darstellers und des Aufführungsstiles. Die Art des Schminkens muss dem jeweiligen Medium angepasst sein. Sie ist beim Film und Fernsehen anders als am Theater.
Anlegen von Masken und Teilplastiken und Modellieren von Veränderungen mit plastischem Material im Gesicht des Darstellers. Aufsetzen von "Glatzen".
Nach der Vorstellung / den Dreharbeiten: Perücken, Haarteile usw. abnehmen, auffrischen und frisieren, reinigen, sachgerecht verpacken und lagern. Arbeiten an der Bühne / am Set:
• Überwachen des Erscheinungsbildes der Darsteller. Ggf. Nachschminken
• Bei Bedarf umschminken (schnelle Umzüge)
Außerdem:
• Skizzieren und Malen von Maskenentwürfen, von Fantasie- und Tierköpfen und von Frisuren.
• Einlegen und Frisieren von Eigenhaar und Haarersatz. Frisurgestaltung historisch, modern, charakterisierend. Fantasiefrisuren und Frisuren fremder Völker. Aufsetzen von Perücken. Kleben von Toupets, Teilen und von Wimpern.
• Anlegen von Barttrachten, Kleben vorgefertigter Bärte, Erstellen von Bärten im Gesicht aus Haarkrepp.
 

Voraussetzungen 
Gute Allgemeinbildung, Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Kontaktfreude, Verhandlungsgeschick, Organisationstalent, Flexibilität (improvisieren), handwerkliches Geschick, künstlerisches Einfühlungsvermögen und kaufmännische Neigung.

Physische Anforderungen
Der Beruf des Maskenbildners stellt überdurchschnittliche Anforderungen an den Stütz- und Bewegungsapparat (z.B. bei Arbeiten im Schminkraum und in der Werkstatt). Volle Beweglichkeit der Arme und Hände muss gegeben sein (z.B. Knüpftätigkeit bei der Haarpräparation, Tastsinn, feinfühliges Schminken z.B. im Augenbereich). Normales Sehvermögen und Farbtüchtigkeit sind erforderlich. Wegen der bei Reinigungsarbeiten an Haarersatzteilen sowie bei Kunststoff- und Gummiarbeiten frei werdenden Gase und Dämpfe darf keine chronische Erkrankung der Atmungsorgane vorliegen. Häufig anfallende Schminkarbeiten erfordern Freiheit von Hautallergien. Sorgfältige Beachtung der eigenen Körperhygiene ist unverzichtbar.
Die Arbeitszeit ist überwiegend unregelmäßig, tagsüber, abends und auch an Wochenenden zu Vorstellungen. Freie Tage liegen auch unregelmäßig und oft an Werktagen.
Psychische Anforderungen Die Tätigkeit des Maskenbildners erfordert künstlerisches Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an handwerklichem Können. Gute Auffassungs- und Kombinationsgabe, Kreativität, Urteilsfähigkeit, künstlerische Überzeugungskraft und Konzentrationsfähigkeit sowie Ausdauer und Belastbarkeit bei Arbeiten unter Termindruck sind weitere Merkmale. Aufgrund der Zusammenarbeit mit Kollegen und der Arbeit 'am Menschen' sollte der Maskenbildner auch über ein überdurchschnittliches Maß an Kontaktfähigkeit, Anpassungsvermögen sowie über großes Verständnis für die Sensibilität der Darsteller verfügen.
Voraussetzungen Ein bestimmter allgemeinbildender Schulabschluss ist nicht gefordert. Um die Ausbildung bewältigen zu können, sollte allerdings Hauptschulabschlussniveau gegeben sein. Es ist kein Mindestalter vorgeschrieben. Die Arbeitszeiten in dem meisten Ausbildungsbetrieben erfordern aber meist im Hinblick auf das Jugendarbeitsschutzgesetz 18 Jahre.
 

Ausbildungsdauer:
3 Jahre. Die Ausbildung erfolgt an den Lernorten Betrieb und Berufsschule.

Ausbildungsinhalte:

1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
4. Umweltschutz
5. Entwickeln von Gestaltungskonzeptionen
6. Vorbereiten und Handhaben von Werkzeugen und Geräten
7. Vorbereiten und Lagern von Werk- und Hilfsstoffen
8. Planen und Kalkulieren von Arbeitsabläufen
9. Abstimmen von Farben
10. Anfertigen von Perücken, Haarteilen und Körperbehaarungen
11. Anfertigen von Glatzen
12. Anfertigen von Masken und Körperteilen
13. Anfertigen von Spezialeffekten
14. Schminken
15. Gestalten von Frisuren mit Eigenhaar und Haarteilen
16. Prüfen von Arbeitsergebnissen
17. Arbeiten für Proben und Produktionen 


Zeitliche Gliederung

Im 1. Ausbildungsjahr lernen angehende Maskenbildner/Innen im Betrieb beispielsweise:

wie man Materialien für die Herstellung von Perücken, Haarteilen und Körperbehaarungen auswählt, vorbereitet und verarbeitet
wie Haarfarben festgelegt und Haare gefärbt werden
wie Glatzenformen festgelegt werden und Glatzen angefertigt, konserviert und gelagert werden
wie Haut zum Schminken vorbereitet wird und welche Schminktechniken angewendet werden können
welche Haarschneidetechniken in welcher Weise angewendet werden und wie Frisuren beispielsweise durch Wickeln und Ondulieren gestaltet werden
welche Werkzeuge, Geräte, Werk- und Hilfsstoffe zur Verfügung stehen und wie sie eingesetzt, gepflegt und vorbereitet werden
wie der Arbeitsplatz zweckdienlich und gesundheitsschonend eingerichtet wird
wie Perücken und Haarteile für die Lagerung präpariert werden Im 2. Ausbildungsjahr lernt man unter anderem:
wie man Skizzen und Entwürfe anfertigt
wie Teilglatzen hergestellt werden und Haare durch Knüpfen, Kleben und Stechen befestigt werden
wie Masken und Körperteile, z.B. durch Bemalen, Spritzen und Schminken, fertig gestellt werden
wie Frisuren unter dem Gesichtspunkt der Haltbarkeit und Wiederauffrisierbarkeit produktionsbezogen fertig gestellt werden
wie Darstellern/Darstellerinnen Maskenteile abgenommen und diese gereinigt, instand gesetzt und aufbewahrt werden
welche Gestaltungskonzeptionen es gibt und wie diese den Produktionsanforderungen gemäß umgesetzt werden können (einschließlich Aufgabenverteilung)
welche Arbeitstechniken produktionsbezogen auszuwählen sind, wie die Kosten berechnet werden und die Arbeits- und Zeitplanung erfolgen muss
wie die Farbauswahl erfolgt, wie Farben gemischt und bestimmte Farbwirkungen erzielt werden Im 3. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden schließlich:
• wie Masken im Hohlformverfahren angefertigt und Körperteile und Köpfe gestaltet werden und welche Hygiene- und Gesundheitsschutzmaßnahmen dabei berücksichtigt werden müssen
• wie man Hautveränderungen, Verletzungen und Deformationen anfertigt
• wie die unterschiedlichen Schminktechniken angewendet werden und Körper bemalt werden
• wie plastische Veränderungen an Darstellern hergestellt und eingeschminkt und Fantasie- und Tiermasken gestaltet werden
• wie Arbeitsergebnisse hinsichtlich der Vorgaben (Gestaltung, Farbrichtigkeit, Wirkung, Haltbarkeit) überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden können
• wie Produktionsschminkpläne erstellt werden und wie man Vorstellungs- und Produktionsbücher anlegt und führt
Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden außerdem vermittelt:
welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung funktionieren
wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden
wie Umweltschutzmaßnahmen beachtet und angewendet werden
wie man Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzt In der Berufsschule stehen folgende Lernfelder auf dem Stundenplan:
Haare rollengerecht gestalten
Gesichter und Körperteile schminken
Maskenbilder für eine Rolle produktionsgerecht organisieren
Haarersatz fertigen und gestalten
verschiedene Charaktere gestalten
Frisuren und Schminkstile analysieren
Frisurenentwürfe realisieren
Glatzen anfertigen und anpassen
Masken zeichnen und modellieren
Maskenbau mit verschiedenen Verfahren realisieren
geschäumte Masken und plastische Gesichtsteile anfertigen
Spezialeffekte gestalten
ein Fantasiemaskenbild realisieren
eine Ausstattungskonzeption entwickeln und präsentieren Der Berufsschulunterricht findet in mehreren Landesfachklassen in Blockform statt. (Adressen: siehe Liste) Wer darf ausbilden? Alle Betriebe, die die Tätigkeitsfelder entsprechend dem Ausbildungsrahmenplan anbieten können und in denen eine fachlich und persönlich geeignete Person mit Ausbildereignung zur Verfügung steht.
Diese sind in vor allem in folgenden Bereichen zu finden:
• Opern- und Schauspielhäuser und ähnliche Einrichtungen
• Varietés, Kleinkunstbühnen
• Filmstudios
• Rundfunkveranstalter
• Fernsehstudios
• Firmen für die Herstellung von Industrie- Wirtschafts- und Werbefilmen
Prüfungen:
Vor Abschluss des zweiten Ausbildungsjahres wird eine Zwischenprüfung durchgeführt. Sie umfasst die Ausbildungsinhalte der ersten 18 Monate. Die Teilnahme daran ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.
Abschlussprüfung:
Die Prüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil.
Im praktischen Teil der Prüfung sollen in insgesamt höchstens 16 Stunden zehn praktische Aufgaben ausgeführt werden, z. B.:
• Erstellen einer Charaktermaske mit plastischem Gesichtsteil und Spezialeffekten, insbesondere Wunde und Narbe
• Erstellen einer historischen Frisur mit Eigenhaar und Haarteilen am Modell sowie Auftragen von Make-up oder Schönschminke
• Erstellen einer Altmaske mit Vollglatze und Kleben eines Bartes aus der Hand
• Erstellen einer Frontalansicht eines geschminkten Totenschädels
• Erstellen einer Improvisationsmaske nach Vorgabe
• Schminken einer Fantasiemaske einschließlich Einarbeitung einer fertigen Perücke aus haarfremdem Material
• Einlegen und Frisieren einer Damenperücke
• Schneiden und Frisieren einer Herrenperücke
• Ondulieren eines Tressenteils mit dem C-Eisen
• Herstellen einer Freihandzeichnung für eine Tanzmaske in Frontal- und Seitenansicht sowie Modellieren auf einem Positiv-Gesichtsabdruck nach der angefertigten Zeichnung
Der schriftliche Teil gliedert sich in die Bereiche „Gestaltung“, „Arbeitsplanung und –ausführung“ sowie „Wirtschafts- und Sozialkunde“. Er dauert insgesamt 300 Minuten. Er kann durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden.
Die Prüfung wird bei Prüfungsausschüssen der IHK abgelegt. (Siehe Liste)

 
Adressen der Bildungseinrichtungen 
Europäische Medien- und Event-Akademie gGmbH, 76532 Baden-Baden
Louis-Lepoix-Schule, 76532 Baden-Baden
 
 
 
Hinweis

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